Im Rahmen der Vollversammlung der IV-Wien drehte sich heuer alles um den Zustand des Industriestandortes. Sowohl der Befund von Präsident Christian C. Pochtler als auch des deutschen Ökonomen Hans-Werner Sinn fiel dabei sehr kritisch aus.
Präsident Pochtler betonte in seiner Eröffnungsrede, dass angesichts der tiefen Krise, in der sich Österreich befinde, die Maßnahmen der Bundesregierung noch nicht ausreichend seien, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes wieder zu stärken. Die politische Situation sei in Deutschland und Österreich dabei derzeit ähnlich: Parteien, die ideologisch weit auseinanderliegen, seien quasi zur Zusammenarbeit „verdammt“. Infolgedessen komme es zu oft zu „faulen Kompromissen“, die gerade in Krisenzeiten defacto Stillstand bedeuten, so Pochtler. Der Ökonom Hans-Werner Sinn führte den Niedergang der Industrie in beiden Ländern ebenfalls auf falsche Prioritätensetzungen seitens der Politik zurück. So habe der „Ökosozialismus“ dazu geführt, dass das „Herz der deutschen Industrie“, die Automobilindustrie, um 22 Prozent geschrumpft sei, so Sinn. Dasselbe gelte für die chemische Industrie. „Wir kasteien uns selbst und zerstören unsere Industrie – ohne einen messbaren Nutzen für das globale Klima“, denn was man in Europa an CO2 einspare, würde durch andere Länder mehr als nur kompensiert, so Sinn. Beide waren sich jedenfalls darin einig, dass es dringend strukturelle Reformen brauche, etwa im Bereich der Pensionen sowie bei Anreizen für mehr Arbeit.








