Die IV-Wien hatte zum Sommerfest in den Erste Campus geladen – über 600 Mitglieder und Freunde der IV-Wien folgten der Einladung. Die Keynote lieferte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Heimische Industrieunternehmen seien, den schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz, nach wie vor am Weltmarkt erfolgreich, wie der Präsident der IV-Wien, Christian C. Pochtler, in seiner Eröffnungsrede betonte: „Die österreichische Industrie hat ihre Hausaufgaben gemacht und sie macht sie jeden Tag aufs Neue.“ Viele Unternehmen hätten Ihre Geschäftsmodelle transformiert. „Sie haben digitalisiert, sie haben künstliche Intelligenz eingeführt, sie haben internationalisiert, sie haben ihre Produktivität gesteigert, sie haben Nachhaltigkeitsziele umgesetzt und sie haben massiv in Innovation investiert. Unsere Unternehmen wissen: Stillstand bedeutet Rückschritt“, wie Pochtler betonte. Veränderung sei aber eben nicht nur in der Welt der Unternehmen wichtig, so der Präsident, auch die Politik müsse alles tun, um den Staat und seine Strukturen an die Notwendigkeiten der Zeit zu adaptieren, denn „die größte Gefahr unserer Zeit ist nicht die Veränderung. Die größte Gefahr ist die Vorstellung, wir könnten ohne Veränderung auskommen.“ Unternehmen wüssten dies – und daher „dürfen wir von der Politik etwas verlangen, das Unternehmer jeden Tag benötigen: Mut.“
Es brauche keine Sonderbehandlungen oder Dauersubventionen, es brauche nur Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen statt erschweren, wie der Präsident ausführte: „Daher brauchen wir jetzt einen nationalen Schulterschluss. Nicht der eine gegen den anderen, nicht alle gegeneinander, sondern alle gemeinsam! Nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern das größte gemeinsame Vielfache ist jetzt gefragt! Einzeln untergehen oder gemeinsam gewinnen.“ Unter diesem Gesichtspunkt sei das vorgelegte Doppelbudget unambitioniert, da strukturelle Reformen einmal mehr auf die lange Bank geschoben wurden. Hier müsse sich vor allem auch am Mindset etwas ändern, denn „die Zukunft gehört jenen Gesellschaften, die bereit sind, zu lernen, sich anzupassen und Neues zu wagen.“
Hattmannsdorfer: Industrie stärken, Wohlstand sichern
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bedankte sich bei den anwesenden Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Industrie zu Beginn seiner Keynote „für ihr Engagement für den Wirtschafts- und den Industriestandort“. Es sei ihm „sehr bewusst, was die Industrie tagtäglich leistet, dass die Industrie der Grund ist, warum wir in Österreich noch einen Wohlstand haben.“ Hier habe Präsident Pochtler einen „ganz entscheidenden Punkt angesprochen: Das Allerwichtigste ist die Frage des Mindsets, und da sitzen wir im gleichen Boot – das Wirtschaftsministerium, die Bundesregierung und die Industriellenvereinigung.“ Man müsse alles daransetzen, dass Fleiß, Leistung und Wettbewerb wieder „ganz oben auf die Agenda“ kommen, so Hattmannsdorfer. Daher sei er auch froh, dass es „miteinander gelungen ist, dass wir erstmals als Bundesregierung einen klaren industriepolitischen Fahrplan vorgelegt haben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Republik gibt es eine Industriestrategie.“ Vor allem stehe hinter der Strategie auch eine klare Ambition, so der Wirtschaftsminister: „Wir wollen bis 2035 wieder Top10-Industrienation dieser Welt werden! Und wir wollen, zweitens, den Anteil der Industrie am BIP von derzeit 16 Prozent wieder auf 20 Prozent steigern, weil nur das auf Dauer auch unseren Wohlstand absichern kann.“








