JI-Wien führt Gespräche zum Thema „Blackout“

Einige der führenden Experten Österreichs klären die Mitglieder der Jungen Industrie über einen möglichen Blackout unddie Konsequenzen für die Industrie auf.

Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung der Bundes-IV drehte sich am 26. Jänner 2022 auch bei der Jungen Industrie Wien alles um das Thema Blackout und was passiert, wenn das Telefon nicht mehr funktioniert, der Ofen kalt bleibt oder kein elektrisches Licht mehr leuchtet. Was wie ein Filmszenario klingt, könnte bald Realität werden: Das Verteidigungsministerium bewertet die Eintritts-wahrscheinlichkeit eines flächendeckenden Blackouts in den kommenden Jahren als sehr wahrscheinlich. Gerade für die Industrie können Ausfälle in Anlagen oder Lieferketten schwere Folgen haben.

In einem gut besuchten digitalen Neunzig-Minuten-Talk erläuterten Blackout-Experte Markus Reisner (Theresianische Militärakademie)
gemeinsam mit Kurt Misak (Austrian Power Grid AG) und Karlheinz Dudek (Landespolizeidirektion Wien), wie es zu einem
Blackout kommen könnte, in welcher Form sich österreichische Institutionen auf eine solche Krise vorbereiten und wie auch der
Beitrag des Einzelnen zur Wiederherstellung der „Normalität“ aussehen kann.

Vorbereitung und Notfallpläne

Wie die Corona-Pandemie-, kommt auch ein Blackout ohne Vorwarnung. Einig waren sich daher alle Vortragenden, dass es umfassender
Präventionspläne bedarf, um negative wirtschaftliche, gesellschaftliche und gesundheitliche Konsequenzen für die Bevölkerung
zu verhindern. Während das österreichische Bundesheer im Blackout-Fall besonderes Augenmerk auf die materielle Bereitstellung der
erforderlichen Versorgungsgüter, Verkehrs- und Transportwesen sowie auf Sanitätsorganisation legen wird, gilt es für die österreichischen
Netzbetreiber, auf Hochtouren daran zu arbeiten, die Netze wieder hochzufahren und für die Polizei, Straßen, wichtige
Einrichtungen und die Zivilbevölkerung zu schützen.

Aber auch Unternehmen und Einzelpersonen sollten sich laut den Vortragenden Gedanken über ein Blackout-Szenario machen
und entsprechende Vorbereitungen treffen: Haushalte könnten kurze Versorgungsengpässe mit der Ausrüstung für eine Woche
Camping-Urlaub überbrücken: Unternehmer können Teile der wirtschaftlichen Folgeschäden für den Betrieb mit individuellen
Notfallplänen und Schulungen von Mitarbeitern abwenden.

Netzausbau vorantreiben

Besonders spannend fanden die Teilnehmer die Diskussion rund um das Verhältnis von Stromerzeugung zu Verbrauch. Um den steigenden
Strombedarf der nächsten Jahre zu decken, braucht es – nicht zuletzt, um einem Blackout vorzubeugen – jedenfalls einen raschen
Ausbau der Produktionskapazitäten sowie einen rechtzeitigen und flächendeckenden Netzausbau in ganz Österreich.