Industriestandort Wien gemeinsam stärken!

Die längste – und hoffentlich bald überwundene – Rezession in der Geschichte der EU zeigt, wie wichtig eine starke Industrie für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft ist. Dies stellt IV-Wien-Präsident Hesoun in seinem aktuellen Leitartikel fest.

Industriestandort Wien gemeinsam stärken

Der Produktionssektor hat nicht nur für sich alleine betrachtet eine zentrale Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung, auch die industrienahen oder produktionsorientierten Dienstleistungen, die in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr als nicht industrieller Kernbereich ausgelagert wurden, sind in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen. Darüber hinaus gibt es auch noch andere wachstumsfördernde Wechselbeziehungen etwa zu den Bereichen Energieversorgung und Rohstoffe bis hin zum Tourismus. Die Unternehmensstadt Wien zeigt schon seit langem vor, wie man durch einen breiten Mix an Branchen in Verbindung mit einer Unternehmensstruktur unterschiedlichster Größenausprägung ein – gemessen an den Rahmenbedingungen – stabiles Wirtschaftsumfeld erreichen kann. Die Industrie sticht dabei durch eine steigende Komplexität der Produkte und einen zunehmenden Spezialisierungsgrad mit einem besonders starken Maß an Vernetzung mit dem Dienstleistungssektor hervor. Vor diesem Hintergrund haben wir als IV-Wien die Studie „Umfang und Struktur der Industrie Wiens“ beim Industriewissenschaftlichen Institut in Auftrag gegeben, um so einen vertieften Blick auf die Rolle der Industrie für die Gesamtwertschöpfung an einem großstädtischen Wirtschaftsstandort mit einem traditionell starken Dienstleistungsanteil zu werfen.

 Die Studie zeigt deutlich, dass Wien eine Unternehmensstadt mit einem starken industriellen Kern ist. Die über 8.000 Unternehmen des produzierenden Bereichs mit rund 137.000 Beschäftigten haben einen Anteil von 18 Prozent an der gesamten Wiener Wertschöpfung. Betrachtet man dabei alleine die Gesamteffekte (Wertschöpfung produzierender Bereich plus mittalbare Effekte) der größeren, industriell produzierenden Unternehmen dieses Sektors mit über 100 Mitarbeitern – wovon es etwa 200 in der Bundeshauptstadt gibt – so ergeben sich mehr als 173.000 Beschäftigungsverhältnisse und ein Wertschöpfungsanteil von mehr als einem Viertel.

Damit Wien auch künftig von seiner Industrie und die Industrie von den Vorzügen einer florierenden Metropolregion mit hochqualifiziertem Personal und Top-Forschungseinrichtungen profitieren kann, muss weiter an der Attraktivität des Standortes gearbeitet werden. Das im April mit der Stadt Wien geschlossene Standortabkommen ist ein klares und konkretes Maßnahmenprogramm, das bestmögliche Rahmenbedingungen für die Zukunft sicherstellen soll. Ziel muss dabei sein, dass sowohl die bestehenden Unternehmen zu Investitionen animiert werden, als auch neue Unternehmen für den Standort gewonnen werden. Dass das Abkommen seit 2006 nun bereits zum vierten Mal zwischen Stadt und IV-Wien geschlossen wurde, ist ein starkes Signal und ein Bekenntnis der Stadt Wien dafür, die Industrie in der Stadt künftig weiter stärken zu wollen.

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