Betriebsflächen neu managen!

Die Sicherstellung von ausreichend Betriebsflächen ist eines der Top-Themen unserer wirtschaftspolitischen Empfehlungen für die neue Legislaturperiode der Wiener Landesregierung.

Für eine Großstadt wie Wien, deren Bevölkerung stark wächst, werden ein aktives Betriebszonenmanagement und eine koordinierte Vermarktungsstrategie für Betriebsflächen immer wichtiger.                                

Im Wiener Stadtentwicklungsplan „STEP 2025“, der im letzten Jahr vom Gemeinderat verabschiedet wurde, hat die Stadt eine Aktualisierung des Betriebszonenkonzeptes verankert. Der Aktualisierungsprozess ist derzeit in vollem Gange. Die Analyse konzentriert sich dabei auf sogenannte „nicht-mischfähige Nutzungen“, worunter insbesondere produzierende Industrie und produzierendes Gewerbe, aber auch große Handels- oder Logistikunternehmen fallen. 

Aus Sicht der IV-Wien bestehen zahlreiche Anforderungen an ein neues und modernes Betriebszonenkonzept. Um Industriebetrieben auch künftig genug attraktive Flächen anbieten zu können, wird ein reines „Einfrieren“ der bestehenden Gebiete für nicht-mischfähige Nutzungen nicht ausreichen. Einerseits unterliegt die Wirtschaft immer rascheren Veränderungsprozessen, womit sich auch die Ansprüche der Unternehmen an einen Standort immer schneller wandeln, andererseits verändern sich die Bedingungen rund um die bestehenden Flächen für nicht-mischfähige Nutzungen derart rasch, dass sich die Attraktivität einer Fläche in relativ kurzer Zeit verbessern (z.B. durch die Verbesserung der Verkehrsanbindung) oder auch verschlechtern kann (z.B. durch ein näher rückendes Wohngebiet). 

Die einzige Lösung ist daher ist ein aktives Wiener „Flächenmanagement“. Dieses muss sowohl bestehende Flächen „einfrieren“ und verbessern, als auch neue Flächen entwickeln. Bereits im STEP 2025 wurde festgehalten, dass sowohl bestehende Betriebsgebiete als auch neue Flächen für die industrielle Produktion gesichert und entwickelt werden müssen, um den Wirtschaftsstandort langfristig abzusichern. Darüber hinaus muss aber auch die Vermarktung der Betriebsgebiete, sowie die Akquise neuer Unternehmen für den Standort, eine viel zentralere Rolle spielen. Als regionales Vorbild für eine erfolgreiche Erneuerung, Verwaltung und Vermarktung kann das „Quartiersmanagement Standpunkt Liesing“ dienen. 

Zudem ist das stetige „Näherrücken“ von Wohnflächen an Industriegebiete immer wieder mit Anrainerkonflikten verbunden. Diese können nur durch eine vorausschauende Stadtplanung und -entwicklung verhindert beziehungsweise abgemildert werden. Zugleich ist auch vor diesem Hintergrund ein klares und offenes Bekenntnis der Entscheidungsträger und politisch Verantwortlichen zur Industrie nötig. 

Ein Betriebszonenkonzept, das auf den Zuwachs industrieller Produktion in der Stadt setzt, ist aber nur dann sinnvoll, wenn in der Stadt insgesamt optimale Rahmenbedingungen für Unternehmen herrschen. Zusätzliche Belastungen für Unternehmen würden die Vorhaben für ein neues Betriebszonenkonzept klarerweise ad absurdum führen. Wichtig sind daher auch Anreize für Unternehmen, die darauf abzielen, am Standort weiter zu investieren oder in Wien neue Standorte anzusiedeln.

Editorial von IV-Wien-Präsident Hesoun in der aktuellen Ausgabe der "iv-positionen".

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