Zur Veranstaltung „Gemeinsam für die Spitzenforschung“ von IV-Wien und WWTF am 2.10.2018

Industrie möchte Spitzenforschung stärken

Woran liegt es, dass es in anderen Regionen Europas oder in den USA mehr privates Geld für die Forschung gibt? Dieser und anderen Fragen widmete sich am 2. Oktober die Veranstaltung „Gemeinsam für die Spitzenforschung“ von Industriellenvereinigung Wien (IV-Wien) und Wiener Wissenschafts-Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) im Haus der Industrie.

Der Hauptredner des Abends war Prof. Peter Palese, einer der weltweit angesehensten Virologen. Der aus Österreich stammende Palese lehrt und forscht seit fast 50 Jahren in den USA und kennt daher die dortige Forschungslandschaft ausgezeichnet. In seinem Vortrag erläuterte Palese einerseits die höchst erfolgreiche Geschichte der Erforschung und Entwicklung unterschiedlichster Impfstoffe, die zur Ausrottung vieler Krankheiten geführt hat sowie andererseits die wichtige Rolle, die die private Forschungsfinanzierung dabei oftmals gespielt hat. Außerdem präsentierte Palese die vielversprechenden Erkenntnisse, die seine Forschergruppe bei der Suche nach einem universellen Influenzaimpfstoff gewonnen hat.

Ein hochkarätiges Podium (Neben Palese mit Altbürgermeister Michael Häupl, RHI Magnesita Chef Stefan Borgas und der Generalsekretärin der B&C Stiftung, Mariella Schurz) beschäftigte sich anschließend mit den Chancen und Herausforderung bei der Forschungsfinanzierung in Österreich.

Die Forschungsförderung ist ein wichtiges Anliegen der Wiener Industrieunternehmen, die selbst enorm viel in Forschung investieren. Dass für eine Stärkung der Forschungsfinanzierung aber neben Bund, Land und Unternehmen auch zusätzliche private Geldquellen notwendig sind, war bei der Veranstaltung unbestritten. Andere Regionen der Erde machen das erfolgreich vor.

Die Ideen, wie vermehrt private Mittel in die Forschung geleitet werden können, reichten von einem höheren Engagement von Stiftungen - zum Beispiel, wenn es um notwendige Überbrückungsfinanzierungen geht, über die Stärkung von Venture Capital, bis hin zu einem Ausbau von Steueranreizen. Neben den finanziellen Aspekten wurde auch die Notwendigkeit eines weiteren Abbaus von kulturellen Hemmschwellen zwischen Unis und Unternehmen angesprochen sowie die – vor allem für ein kleines Land wie Österreich – nötige Fokussierung auf bestehende Stärkefelder in der Forschung. Besonders wichtig war aus Sicht des Podiums, dass man sich in Österreich noch viel mehr bemühen sollte, Spitzenforscher mit attraktiven Angeboten nach Österreich zu locken. Neben einem guten finanziellen Angebot und der Ermöglichung entsprechender Ressourcen, müsse Österreich dazu aber auch noch viel mehr ein Image als Forschungsstandort aufbauen.

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