Bewegung am F&E-Standort Österreich

Das neue Regierungsprogramm bringt einen echten Anschub für den Innovationsstandort Österreich - nicht nur in Spezialbereichen, sondern auch in weiten Teilen der F&E-betreibenden Wirtschaft. Die geplanten Vorhaben gehen in die richtige Richtung.

Forschung, Technologie und Innovation
F & E Mittelstand

Kürzlich hat die Bundesregierung in ihrem neuen Regierungsprogramm konkrete Ziele für den F&E Standort festgelegt. Die angekündigte Anhebung der Forschungsprämie von 12 auf 14 Prozent ist dabei ein äußerst wichtiges Signal für die Unternehmen, wenngleich nun sichergestellt werden muss, dass die Erhöhung auch mit einer unternehmensfreundlichen Abwicklung einhergeht. Auch das Commitment der Regierung zur Steigerung der Forschungsausgaben, um das Forschungsziel von 3,76 Prozent des BIP zu erreichen, wird begrüßt. Die geplante Dotierung der Nationalstiftung mit jeweils 100 Mio. Euro über drei Jahre ist in diesem Zusammenhang eine essenzielle Maßnahme.

Zudem fand in Wien Ende Februar die zweite „Wiener Innovationskonferenz“ statt. Sie verfolgte das Ziel, die aktuelle Innovationsstrategie „Innovatives Wien 2020“ einer Statusanalyse zu unterziehen. Auch wenn konkret messbare Ziele in der Strategie weitgehend fehlen, so ist sie dennoch ein wichtiges Instrument, um die zentrale Bedeutung von Innovation bei den relevanten Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Medien, aber auch bei der Bevölkerung im Bewusstsein zu verankern und die laufende Arbeit am Thema sicherzustellen.

Inhaltlich setzt die Strategie in unternehmensrelevanten Punkten gute Akzente. Die Betonung der Sachgüterproduktion, wie auch von Industrie 4.0 zeigt, dass die Relevanz der Industrie für den F&E-Standort erkannt wurde. Die Beibehaltung der besonders zu fördernden Stärkefelder aus der Vorgängerstrategie (u.a. Life Sciences, IKT und Teilbereiche der Mathematik/Physik) sowie die Stärkung der Start-up Szene sind begrüßenswerte Punkte. Denn hier wurden in den vergangenen Jahren konkrete und erfolgreiche Maßnahmen gesetzt, wie die Pilotfabrik Industrie 4.0, die weitere Belebung des Vienna Biocenter sowie spezielle Förderungen/Calls der Wirtschaftsagentur in den Bereichen „Industrie“ und „Start-ups“. In Bezug auf die Bereiche „internationale Leuchttürme schaffen“ und „private Mittel stärken“ müssen jedoch noch weitere Aktivitäten gesetzt werden.

Auf Bundes- wie auch auf Wiener Ebene kommt Bewegung in die Stärkung des F&E-Standortes. Es ist erfreulich, dass einige langjährige Forderungen der Industrie schlussendlich gehört wurden. Jetzt gilt es eine stärkere Dynamik zu erzeugen. Denn nur als Innovationsvorreiter können wir unseren Wirtschaftsstandort und künftigen Wohlstand auch nachhaltig absichern.

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