Lehre als Zukunftschance

Die Wiener Industrie bildet über 1000 Lehrlinge aus und zeigt damit einerseits ein hohes Maß an Verantwortung für den Standort, andererseits verdeutlicht dieses Engagement aber auch, dass ein hervorragend ausgebildeter Facharbeiternachwuchs im direkten Interesse der Unternehmen ist.

Bildung & Gesellschaft
Lehrlinge

Laut einer Umfrage der Industriellenvereinigung aus dem Jahr 2016 haben dennoch 80% der Industriebetriebe Schwierigkeiten, ihren Fachkräftebedarf in den wichtigen Bereichen F&E sowie Technik und Produktion zu decken. Dieser Mangel an fachlich ausgebildeten Mitarbeitern ist jedoch kein neues Phänomen, sondern seit vielen Jahren in Österreich – wenn auch in regional unterschiedlicher Ausprägung – Realität. Aus dieser Entwicklung lassen sich unterschiedliche Herausforderungen und Lösungsansätze ableiten:

Ganz allgemein führten die Geburtenrückgänge in den vergangenen Jahrzehnten zu einem erhöhten Facharbeitermangel. Darüber hinaus entscheiden sich aber immer noch sehr viele junge Mädchen und Burschen für die jeweils traditionellen Lehrberufe (Burschen beispielsweise Kfz-Mechaniker und Mädchen Friseurin). Hier gilt es künftig weiter intensiv mit Bewusstseinsbildung gegenzusteuern. Exzellente Beispiele für gelungene Aktivitäten sind vor diesem Hintergrund unter anderem das Projekt „Leonardino&Galilea“, in dessen Rahmen Technikexperimentierboxen an alle öffentlichen Wiener Volksschulen verteilt wurden, sowie das „MINT Gütesiegel“, mit dem Schulen ausgezeichnet werden können, die mit verschiedenen Maßnahmen begeisternden Unterricht in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fördern.

Zugleich steigen aber auch die Anforderungen an Jugendliche im Berufsleben immer weiter an, weshalb es für die Unternehmen zusätzlich immer schwieriger wird, ausreichend Nachwuchskräfte zu finden. Unser Bildungssystem ist daher mehr denn je gefordert, den jungen Menschen exzellente Grundkompetenzen von sinnerfassendem Lesen bis hin zu sozialen Kompetenzen zu vermitteln, aber auch den bereits angesprochenen MINT-Themen mehr Raum im Unterricht zu geben.

Und schließlich geht es darum, das Image der Lehre gegenüber den höheren Schulen noch weiter zu verbessern, um so noch mehr talentierte junge Menschen gewinnen zu können. Dazu beitragen kann unter anderem die Forcierung des Modells „Lehre mit Matura“, aber auch das „Wiener Qualitätssiegel Top-Lehrbetriebe“ ist eine Initiative, die in einem hohen Maß das Ansehen der Lehrausbildung stärkt.

Die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Bildungssystem müssen daher auch in Zukunft alle Anstrengungen unternehmen, um die duale Ausbildung weiter zu stärken und so nicht nur Jugendlichen eine sichere Zukunftsperspektive zu bieten, sondern zugleich den Facharbeiternachwuchs in der Wirtschaft besser bewältigen zu können.

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