Wirtschaft stärken – Arbeitslosigkeit abbauen!

Die Arbeitslosenquote nimmt stetig zu. Österreich hat seinen langjährigen Spitzenplatz in der EU verloren.

KR Ing. Wolfgang Hesoun, Vorsitzender des Vorstandes der Siemens AG Österreich

In Wien steigen die Arbeitslosenzahlen in immer neue Rekordhöhen, im April betrug die Quote mehr als 13 Prozent.  Für die Verantwortungsträger in der Politik muss diese Entwicklung vor allem eines bedeuten: Rasch nachhaltige Gegenmaßnahmen ergreifen. 

Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land. Die Bedeutung der Industrie geht allerdings weit über den direkten Wertschöpfungsbeitrag hinaus. Sie zeigt sich an ihrem Anteil an Wachstum, Wohlstand, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Ziel aller Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation müssen daher optimale Rahmenbedingungen für Betriebe sein. Nur so werden sie wieder nachhaltige Zukunftsinvestitionen in den Standort tätigen, für Wachstum sorgen und neue, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. 

Kurzfristig braucht es dafür vor allem die Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Längerfristig müssen zudem weitere Reformen in der öffentlichen Verwaltung, insbesondere im Bereich der Länder, vorgenommen werden. Nur wenn die öffentliche Hand wieder mehr Spielraum hat, ist sie auch in der Lage dringend notwendige Investitionen in den Standort vorzunehmen. 

Im Bildungsbereich schlägt sich der wirtschaftliche Wandel der vergangenen Jahrzehnte auch darin nieder, dass gering qualifizierte Menschen immer größere Schwierigkeiten haben, eine Beschäftigung zu finden. Wir brauchen daher ein an die veränderten Rahmenbedingungen angepasstes Ausbildungssystem, das Basis für gut ausgebildete Mitarbeiter ist. In erster Linie muss es gelingen, dass künftig wesentlich mehr Menschen einen Abschluss erwerben, der über die Pflichtschule hinausreicht – sowohl Jugendliche als auch Erwachsene. Genau diesem Ziel hat sich der „Wiener Qualifikationsplan 2020“ verschrieben, der im Jahr 2013 von den Sozialpartnern und der Stadt Wien unterzeichnet wurde. Erst kürzlich haben Stadt und Sozialpartner, unter Beteiligung der IV-Wien, im Rahmen dieses Qualifikationsplans das Wiener Anerkennungssystem „Meine Chance – ich kann das“ vorgestellt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, mehr Menschen zu einem Lehrabschluss zu führen. 

In einigen Teilen Europas ist derzeit eine konjunkturelle Erholung spürbar. Hier spielt sicherlich die für Exporte günstige Euroentwicklung eine wesentliche Rolle, aber auch die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen zugunsten des Arbeits- und Wirtschaftsstandortes. Im einstigen Vorzeigeland Österreich herrscht noch immer weitgehender Reformstillstand. Diesen Stillstand gilt es gemeinsam zu durchbrechen, damit in den Unternehmen wieder neue Jobs entstehen können und sich unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder verbessern.

Editorial von IV-Wien-Präsident Hesoun in der aktuellen Ausgabe der "iv-positionen". 

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