Weiter Fahrt aufnehmen für den Standort!

Die vergangenen Monate waren in Wien geprägt von personellen Veränderungen auf politischer Ebene. Dies darf die politischen Entscheidungsträger jedoch nicht davon abbringen, auch weiterhin den Fokus auf jene Themen und Projekte zu legen, die den Standort stärken.

Die Herausforderungen sind zahlreich. Beispielhaft seien hier daher insbesondere die Themen Forschung&Entwicklung sowie der Infrastrukturausbau genannt.

Im F&E-Bereich erachten wir es für den Standort Wien als zentral, dass Forschungserkenntnisse rascher und einfacher in Produkte übergeführt werden. Es genügt nicht, rein Grundlagenforschung oder angewandte Forschung als solche zu forcieren. Ebenso muss ein stärkeres Schnittstellenmanagement zwischen diesen beiden Bereichen existieren. Aus der Forschung heraus muss zudem viel öfter der Übergang zum konkreten Produkt gelingen – hier spielt die unternehmerische Innovation eine entscheidende Rolle. Nur so können wir von der gesamten Wertschöpfungskette stärker profitieren. Einige Förderinstrumente auf Landes- wie auch auf Bundesebene leisten hier bereits einen wichtigen Beitrag. Auch muss für bestehende Spitzen-Forschungseinrichtungen intensiv an der Ansiedelung von weiteren Unternehmenspartnern gearbeitet werden. Eine nachhaltige Erhöhung der öffentlichen Mittel für die Forschung sichert zudem die Weiterentwicklung dieser Forschungsinstitutionen und verstärkt darüber hinaus die Investitionsbereitschaft von Unternehmen.

Jeder erfolgreiche Wirtschaftsstandort benötigt eine moderne Infrastruktur – von leistungsfähiger Verkehrsinfrastruktur, über robuste Energieinfrastruktur bis hin zu modernsten IKT-Netzwerken. Dazu zählt im Raum Wien - neben dem raschen Vorantreiben des Breitbandausbaus und der 5G-Netztechnologie - auch die Förderung von „smarten“ Stromnetzen. Im Verkehrsbereich sind unter anderem die Schließung des östlichen Umfahrungsringes S1 mit der Donauquerung sowie die Realisierung der „Spange Seestadt Aspern“ zügig voranzutreiben. Erfreulich ist bereits die Tatsache, dass im Schienenbereich die Ausbauarbeiten am „Marchegger Ast“ bzw. am Projekt „Twin City Rail“ zwischen Wien und Bratislava sowie insgesamt der U-Bahnausbau in Wien weiter voranschreiten. Durch die starke Exportorientierung der in Wien und Österreich angesiedelten Unternehmen, richtet sich unser Engagement außerdem weiterhin auf die Stärkung des Flughafens als zentrale Drehscheibe in der Region.

Ein wichtiges Thema auf der aktuellen, politischen Agenda ist zudem die geplante Steuerreform. Positiv sind die angekündigte Entlastung von mehreren Milliarden Euro sowie das Ziel einer grundlegenden Vereinfachung des Steuersystems. Für uns ist dabei jedenfalls entscheidend, dass es einerseits zu einer Reduktion der im internationalen Vergleich zu hohen Belastung des Faktors Arbeit kommt sowie ein ausreichendes Volumen für eine deutliche Senkung im Bereich der Körperschaftssteuer sichergestellt ist.

Selbstverständlich darf auch das Bildungsthema nicht vernachlässigt werden. Die Herausforderungen sind enorm und reichen von der zunehmenden Digitalisierung, die einen stärkeren Niederschlag in den Bildungsinhalten finden muss, über den Fachkräftemangel, den es nicht nur im schulischen Bereich, sondern auch in der Fort- und Weiterbildung sowie den Hochschulen zu bekämpfen gilt, bis hin zur Frage der Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.

Die Aufgaben für den Standort sind über den Sommer also nicht weniger geworden. Wir werden daher mit der Politik weiter im Dialog bleiben und gemeinsam den Unternehmensstandort Wien und Österreich in eine erfolgreiche Zukunft führen. 

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