Starker Hochschulstandort Wien stärkt Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Die Wiener Hochschulen sichern einen bedeutenden Anteil unserer Arbeitskräfte von morgen und stellen gleichzeitig einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Es gilt daher, den Hochschulstandort Wien zu stärken und sich dabei noch mehr an der Praxis zu orientieren.

Wien ist heute die größte Hochschulstadt im deutschsprachigen Raum – die fast 200.000 Studentinnen und Studenten machen über 10 % der Wiener Bevölkerung aus. Hinzu kommt, dass im Wintersemester 2016/2017 an den 10 Universitäten, 5 Fachhochschulen und 5 Privatuniversitäten in der Bundeshauptstadt 33.800 Menschen beschäftigt waren. Die Universitäten und Fachhochschulen sind daher bedeutende Arbeitgeber, Kooperationspartner und auch Auftraggeber für unzählige Firmen in der Region. Vor allem aber sind sie Keimzellen von Wissen, Forschung und Innovation sowie zentrale Ausbildungsstätten für die Wirtschaft – insbesondere mit Blick auf den Fachkräftemangel. Erfreulich ist zudem, dass es aktuell Bemühungen gibt, mit der Central European University (CEU) eine neue und international renommierte Universität in der Stadt anzusiedeln.

In den vergangenen Jahren haben die Herausforderungen für die Hochschulen jedoch zugenommen. Die Studierendenzahlen sind stark gestiegen (mit ihnen auch die Anzahl inaktiver Studentinnen und Studenten). Der Umgang mit Massenfächern und die im internationalen Vergleich schlechten Betreuungsverhältnisse bleiben dabei bisher weitgehend ungelöst.

Ein kontrollierter Hochschulzugang durch Aufnahmeverfahren – insbesondere mit Blick auf die Massenfächer – scheint daher unumgänglich. Auch muss dringend ein Umdenken bei der Hochschulfinanzierung stattfinden, da sich diese künftig viel stärker an den realen Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren sollte. Denn insbesondere im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) werden händeringend Fachkräfte – wie beispielsweise Software-Entwickler, Automatisierungstechniker, Engineering-Projektleiter, IT-Spezialisten und Datenanalytiker – gesucht. Auch an den Fachhochschulen sollten zusätzliche Studienplätze geschaffen werden, um so die Universitäten zu entlasten. Tatsache ist allerdings, dass die Finanzierung der Fachhochschulen über das Jahr 2019 hinaus derzeit noch nicht gesichert ist. Solange es hier keine Klarheit gibt, können keine neuen Lehrgänge gestartet werden.

Die Qualität der Hochschulbildung in Österreich ist im internationalen Vergleich erfreulicherweise hoch. Damit die Unternehmen bzw. die Wirtschaft insgesamt aber auch in Zukunft von einer guten Ausbildung profitieren, ihren Fachkräftenachwuchs sichern und so insgesamt ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, müssen die Hochschulen dringend mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden und diese verstärkt nach der realen Nachfrage in der Wirtschaft einsetzen.

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