Moderne Industrie benötigt moderne Infrastruktur

Die Industriellenvereinigung Wien begrüßt die in den vergangenen Monaten erfolgten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die eine Realisierung des Lobautunnels und den Bau der 3. Piste am Wiener Flughafen ermöglichen. Als rasch wachsende Millionenmetropole benötigt Wien jedenfalls ideale, infrastrukturelle Rahmenbedingungen in ihrer Gesamtheit: von Verkehr, über Energie bis hin zu IKT.

Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur nimmt der Lobautunnel eine besondere Position ein. Er stellt den Lückenschluss in der S1 zwischen Schwechat und Süßenbrunn dar und hat zudem eine hohe Bedeutung für die Entlastung der Südosttangente und der Donaustadt. Betrachtet man das Projekt in einem größeren Rahmen, ist die S1 Teil des sogenannten Regionenrings um Wien. Der Regionenring sorgt für die optimale Verteilung des Verkehrs in der gesamten Vienna Region. Sein Radius zieht sich von St. Pölten, über Schwechat bis nach Stockerau und umfasst insgesamt sechs Autobahnen und Schnellstraßen mit einer Länge von rund 200 Kilometern. Der S1 Lückenschluss ist dabei das letzte, noch nicht fertiggestellte Puzzleteil. Wichtig ist nun, dass – wie zuletzt projektiert – im Jahr 2019 mit dem Bau des Lobautunnels begonnen werden kann.

Ein weiteres, zentrales Straßenprojekt ist die „Spange Seestadt Aspern“. Gemeinsam mit der „Stadtstraße Aspern“ und dem oben angesprochenen S1 Abschnitt Schwechat – Süßenbrunn, entsteht mit der „Spange Seestadt Aspern“ ein verkehrlich hoch wirksames Netz. Durch die Spange würden Umwege über die A23 Südosttangente, S2 Nordrand Schnellstraße und durch den 22. Bezirk wegfallen. Die Spange würde zudem den neuen Stadtteil „Seestadt Aspern" an das bestehende und zukünftige Autobahn- und Schnellstraßennetz direkt anbinden. Wir hoffen im aktuell laufenden UVP Verfahren auf einen raschen, positiven Bescheid, sodass dann im Jahr 2019 die Bauarbeiten starten können.

Eines der wichtigsten Verkehrsmittel in Wien ist unbestritten die U-Bahn. Um der raschen Bevölkerungszunahme gerecht zu werden, spielt die Anbindung neuer Entwicklungsgebiete an das U-Bahnnetz, insbesondere am Stadtrand, eine zentrale Rolle. Ergänzend dazu müssen auch die Kapazitäten im innerstädtischen öffentlichen Verkehrsnetz deutlich erhöht werden. Schon jetzt ist die U-Bahn zu Spitzenzeiten auf einigen Streckenabschnitten stark belastet. Die umfassenden Sanierungsarbeiten an der U4, der Neubau der U5 sowie der Bau einer neuen Streckenführung für die U2 sind daher wichtige Projekte, die weiter vorangetrieben werden müssen.

Auch die Qualität der Energieinfrastruktur ist ein wesentliches Standortkriterium, insbesondere für die Industrie. Europaweit zählt das Wiener Stromnetz zu den zuverlässigsten Netzen und sichert damit die Energieversorgung auf höchstem Niveau. Diesen hohen Standard gilt es aber unbedingt klar abzusichern und vor allem im Sinne der „Smart City Wien“-Strategie laufend auf den neuesten Stand der Technik zu bringen sowie – wo nötig – auszubauen. Last but not least kommt einer starken IKT-Infrastruktur eine Schlüsselrolle zu. Sie ist das Rückgrat für einen erfolgreichen digitalen Wandel von Industrie und Wirtschaft und ermöglicht zudem ein modernes Verkehrsmanagement sowie auch Effizienzsteigerungen im Energiesystem. Insbesondere müssen daher der Breitbandausbau sowie die weitere Technologieentwicklung im Rahmen der digitalen Offensive forciert werden. Darüber hinaus gilt es auch in das Mobilfunknetz der Zukunft zu investieren und Wien unter den Vorreitern bei 5G Netztechnologie zu positionieren.

Moderne Infrastruktur gehört unbestritten zu den wichtigsten Standortargumenten im internationalen Wettbewerb. Die zuletzt erfolgten, positiven Entscheidungen geben Anlass zur Hoffnung, dass ein verstärktes Bewusstsein in Politik, Justiz, Medien und der Bevölkerung insgesamt für die Bedeutung von zukunftsträchtigen Infrastrukturprojekten Eingang gefunden hat.

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