Fachkräftepotential stärken!

"Der Wirtschaftsaufschwung bleibt auch 2018 ungebrochen. Die Beschäftigtenstände sind hoch und die Auftragsbücher voll. Gerade jetzt, in einer Phase der Hochkonjunktur, ist es dringend an der Zeit, dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegen zu wirken", so IV-Wien-Präsident Wolfgang Hesoun.

In der aktuellen konjunkturellen Entwicklung spielt vor allem die Industrie eine entscheidende Rolle als Wachstums- und Wettbewerbsmotor. Kein anderer Wirtschaftsbereich weist derzeit eine ähnliche Dynamik auf. Im Vergleich zu 2016 weitete die Industrie im Jahr 2017 ihre Wertschöpfung um 6,6 Prozent aus und wuchs damit mehr als doppelt so kräftig wie die Gesamtwirtschaft. Das zeigt sich insbesondere auch daran, dass der Außenhandel – an dem die Industrie wesentlich beteiligt ist – zuletzt besonders stark zugelegt hat.

Vor dem Hintergrund einer derart dynamischen Konjunkturentwicklung wäre ein noch rascheres Beschäftigungswachstum möglich, jedoch beschränkt der weiterhin bestehende Fachkräftemangel in Österreich vielfach die eigentlichen Expansionschancen der Industrie. Acht von zehn heimischen Industrieunternehmen können derzeit ihren Bedarf an Fachkräften im MINT-Bereich nicht decken. Dieser Herausforderung können wir uns nur mit einem ganzheitlichen Ansatz, auf unterschiedlichen Ebenen, stellen.

Eine wesentliche Ebene betrifft das Inland. Hier gilt es, den eigenen Technikernachwuchs stärker zu fördern und dabei vor allem im Bildungsbereich anzusetzen. Bereits in der Elementarpädagogik bzw. im Kindergarten muss ein MINT-Schwerpunkt gesetzt werden, der dann in der Volksschule in einen begeisternden MINT-Regelunterricht übergeht. Dazu gehört auch die Stärkung der digitalen Kompetenzen im gesamten schulischen Verlauf, von der Basisbildung, bis hin zu Grundkenntnissen im Programmieren. Zentral für die Sicherung des MINT-Nachwuchses sind darüber hinaus die HTLs. Sie müssen auf allen Ebenen gestärkt werden, von der Sicherung des besten Lehrpersonals bis hin zu einer weiteren Öffnung der Schulen für Kooperationen mit der Wirtschaft.

Eine andere wichtige Ebene, auf der wir zur Eindämmung des Fachkräftemangels ansetzen müssen, betrifft das Ausland, denn in vielen Bereichen sind wir auf die Anwerbung der besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Ländern angewiesen. Hier geht es vor allem darum, dass es uns künftig durch eine stärkere Willkommenskultur noch gezielter gelingt, jene Menschen in unser Land zu lotsen, die unsere Wirtschaft dringend benötigt.

Die Eindämmung des Fachkräftemangels muss eine der zentralsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen für die laufende Legislaturperiode sein. Nur wenn wir uns der Herausforderung rasch und umfassend stellen, kann Österreich die aktuellen Wachstumschancen zur Gänze ausnutzen und den starken Konjunkturverlauf nachhaltig absichern.

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