Wertschöpfung kann nur auf Wertschätzung basieren!

Während der Wahlkampf an Fahrt aufnimmt und teure Wahlzuckerl verteilt werden sind auch erfreuliche Nachrichten zu verzeichnen – Österreichs Wirtschaft befindet sich im langsamen Aufwärtstrend! Um diese zarte Pflanze weiter wachsen zu lassen und nicht Gegenteiliges zu bewirken, gilt es jedoch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort weiter zu optimieren. Dazu gehören auch faire Wettbewerbsbedingungen auf internationaler Ebene, so IV-Wien-Präsident Wolfgang Hesoun.

Spätestens seit Jahresanfang deutet die Wirtschaftsentwicklung in Österreich wieder nach oben. Dynamische Exporte, gestiegene Investitionen und eine stabile Konsumnachfrage ermöglichen einen anhaltenden Aufschwung. Für heuer erwarten die Experten in Österreich ein Wachstum zwischen 2,2 und 2,4 Prozent.

Dank laufender Innovationen und der steten Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit profitieren österreichische Industrieunternehmen mit ihren Exporten überdurch-schnittlich stark vom internationalen Wachstum. Dies wirkt sich auch positiv auf die weitgehend sinkende Arbeitslosigkeit in Österreich aus. Bundesländer wie Wien sind durch die speziellen Bedingungen am Arbeitsmarkt (großer Anteil gering qualifizierter Personen, hoher Migrantenanteil) hier sicherlich besonders gefordert.

Faktum ist, dass Österreich zu den überdurchschnittlich starken Forschungs- und Innovationsstandorten in Europa zählt. In den letzten Jahren ist es uns gelungen die Innovationseffizienz kontinuierlich zu verbessern. Das ist auch gut so, denn über viele Jahrzehnte wurde der globale Wettbewerb intensiv über die Produktionskosten – und damit zu einem erheblichen Teil über Personalkosten – geführt. Heute müssen Unternehmen verstärkt mit Know-how und Technologie punkten. Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Viele österreichische bzw. europäische Unternehmen sehen sich hier noch erheblichen Investitionen gegenüber.

Globaler Wettbewerb  darf jedoch nicht missverstanden werden. Teil der Globalisierung ist, dass es immer möglich sein wird irgendwo billiger zu produzieren. Die Frage ist nur unter welchen Rahmenbedingungen und welche Auswirkungen dies auch für den Standort Österreich/ Europa und hochwertige Arbeitsplätze hat. Unser Augenmerk muss daher ganz klar darauf liegen den in vielen Bereichen bestehenden technologischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aus Asien, allen voran aus China, zu erhalten.

Der aktuelle Aufschwung ist daher ein höchst willkommener Rückenwind, den es seitens der Politik – vor allem auf europäischer Ebene – zu nutzen gilt, um sich verstärkt für faire, internationale Wettbewerbsbedingungen einzusetzen. Dazu bedarf es eines festen Zusammenhaltes in wirtschaftspolitischen Fragen auf europäischer Ebene, wie auch ein klares Bekenntnis der österreichischen Politik zu den innovativen Unternehmen in Österreich. Auf dieser Grundlage und mit einem entsprechenden Selbstbewusstsein muss eine gemeinsame europäische Strategie entstehen, die ein starkes Rückgrat gegenüber der asiatischen Konkurrenz darstellt.

Von der künftigen österreichischen Regierung erwarten wir uns einen konsequenten Einsatz auf europäischer Ebene für ein gemeinsames Konzept, das einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit der weltweiten Konkurrenz weiter ermöglicht. Denn Wertschöpfung in Österreich kann nur auf Wertschätzung österreichischer Produktion und Innovation basieren.

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