Fachkräftepotenzial ausbauen!

Eine gute Bildung ist die Jobsicherheit der Zukunft. Sie erhöht aber nicht nur die eigenen Karrierechancen, sondern ist auch eine der wichtigsten Grundlagen für den weiteren Erfolg unseres Wirtschaftssandortes. Bereits heute haben 8 von 10 Industrieunternehmen in Österreich Rekrutierungsprobleme in den Zukunftsbereichen Technik, Produktion und F&E, so IV-Wien-Präsident Wolfgang Hesoun in der aktuellen Ausgabe der iv-Positionen

Die Veränderung der Arbeitswelt und die fortschreitende Digitalisierung bedingen eine höhere Nachfrage nach IT Spezialisten und Technikern. Prognosen zeigen, dass bis 2020 im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich allein in Österreich fast 40.000 neue Jobs entstehen könnten. Im IT-Bereich, aber auch auf dem Gebiet der Mechatronik, gibt es jedoch schon heute bei weitem nicht ausreichend qualifizierte Bewerber. Um dieser Herausforderung begegnen zu können, sind unterschiedlichste Maßnahmen notwendig.

Langfristig betrachtet geht es vor allem darum, die Begeisterung von Kindern für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) möglichst frühzeitig, d.h. schon in Kindergarten und Volksschule, zu wecken. Wichtig wäre daher, dass MINT-Inhalte bereits in der elementarpädagogischen Lehrerausbildung einen größeren Raum einnehmen und verstärkt in den Regelunterricht bzw. den Kindergarten eingebracht werden – beispielsweise durch Experimentiersets, wie wir sie als IV-Wien im Rahmen unseres Projektes Leonardino gemeinsam mit Partnern allen öffentlichen Volksschulen in Wien zur Verfügung gestellt haben.

Darüber hinaus muss es uns gelingen, das Bewusstsein der Jugendlichen für die Chancen, die vor allem eine technische Lehrausbildung bietet, weiter zu schärfen. Technische Berufe sind zumeist besser bezahlt als Jobs in anderen Bereichen bzw. finden sich auch in einem höchst innovativen und wettbewerbsfähigen Umfeld statt. Lehrlingswettbewerbe, Schulbesuche von Unternehmensvertretern, Firmenbesichtigungen für Schüler aber auch Unternehmenspreise wie das „Qualitätssiegel Top-Lehrbetrieb“, bei dem wir als IV-Wien Partner sind, leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Ebenso gilt es, die HTLs als internationale Vorzeigeeinrichtungen auf allen Ebenen zu stärken, unter anderem indem direkte Kooperationen mit Industrie und Wirtschaft noch weiter ausgebaut werden. Auch im Hochschulbereich geht es um eine stärkere Bewerbung von MINT-Studienfächern. Die kürzlich erfolgte Zuteilung von 450 zusätzlichen Studienplätzen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich der Fachhochschulen ist in diesem Zusammenhang sehr zu begrüßen.

Das Asset von Österreich liegt in der hohen Innovationskraft und Qualität der hier produzierten Güter und Leistungen und nicht in der Massenproduktion zu billigen Preisen. Doch dafür braucht Österreich auch weiterhin ausreichend gut qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn Industrie und Politik hier an einem Strang ziehen, können wir in Wien und Österreich insgesamt ein enormes Potenzial heben und erheblich zur weiteren Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beitragen. 

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