Start-ups: Industriekooperationen fördern!

In Wien hat sich in den vergangenen Jahren eine dynamische Start-up-Szene entwickelt. Auch wenn die Anzahl der jungen Unternehmen im internationalen Vergleich noch relativ klein ist, birgt diese Entwicklung für Wien und den Industriestandort interessante Chancen. Unser Ziel muss es daher sein, die Vernetzung zwischen Industrieunternehmen und Start-ups weiter zu vertiefen.

Wolfgang Hesoun, Präsident IV-Wien, Siemens AG Österreich

Österreich - und vor allem auch Wien – ist ein beliebter Standort für hochspezialisierte und zumeist stark technologieorientierte Unternehmen und bietet ideale Andockmöglichkeiten für Start-ups. Gerade hier - in der Zusammenarbeit etablierter Unternehmen mit jungen, innovativen Firmen - steckt großes Entwicklungspotenzial.

Aktuell liegt der Fokus der Start-up-Szene in Wien vor allem im Bereich der Software für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Unser Ziel sollte es allerdings auch sein, die Entstehung von Start-ups im Bereich der Produktion zu forcieren und so die Wertschöpfungsintensität für den Standort zu erhöhen. Eine stärkere Kooperation bestehender, gut positionierter Unternehmen mit Start-ups im Produktionssektor würde auch dazu beitragen, den schwierigen, zumeist kostenintensiven Übergang von der Forschung zur Innovation und schließlich zum Produkt am Standort zu erleichtern.

Ein wesentlicher Grund für die starke Orientierung der Wiener Jungunternehmer in Richtung IKT liegt sicherlich darin, dass die Einstiegshürden im Bereich IKT im Vergleich zu einer kostenintensiven Erzeugung eines physischen Prototypen um einiges niedriger sind. Eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für Risikokapital in Österreich sowie die Stärkung der relevanten Forschungsförderungsinstrumente wären hier sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig muss es uns aber auch gelingen bei den etablierten Industrieunternehmen für mehr Bewusstsein zu sorgen, welche Chancen die Zusammenarbeit mit jungen, innovativen Firmen bietet, die weit über reine Investments hinaus gehen und auch aus Kooperationen und Innovationspartnerschaften bestehen kann. Die Zeiten, in denen Forschung&Innovation ausschließlich im eigenen Haus und hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat, sind längst vorbei.

Start-ups und Industrieunternehmen können sich ideal ergänzen: Junge Unternehmen zeichnen sich – neben ihren innovativen Produkten und Dienstleistungen – durch ihre schlanken Strukturen aus und können so für größere Unternehmen im Wettbewerb um die besten Produkte einen entscheidenden Vorteil darstellen. Zudem ermöglichen sie ihren Unternehmenspartnern im Rahmen der Zusammenarbeit eine gewisse Risikostreuung. Im Gegenzug können Industriebetriebe Start-ups helfen, Finanzierungslücken zu bewältigen und sie können ihre fundierte Erfahrung von der Marktreifeentwicklung bis hin zur Vermarktung einbringen.

Die stärkere Vernetzung der Industrie mit Start-ups wird daher auch in Zukunft von der IV-Wien aktiv unterstützt.

Editorial des IV-Wien-Präsidenten Hesoun in der aktuellen Ausgabe der "iv-positionen".

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